Weigerungen am Weitsprung.

 

 
 

 

Nachdem er sich einmal beim Weitsprung kräftig gestossen hatte, weigerte sich dieser Hund, das Hindernis zu überspringen. Der Hundeführer fragte uns um Rat. Hier ist unser Lösungsvorschlag:

Ob Du das Problem mit ohne ohne Clicker lösen möchtest, musst Du selbst entscheiden. Machst Du es mit dem Clicker, solltest Du sinngemäss so vorgehen, wie wir es hier beschreiben

Am besten ist es, dass Du mit Deinem Hund den Weitsprung neu einlernst. Bis das vollendet ist, solltest Du NICHT an Turnieren teilnehmen, und auch NICHT beim Training im Vereine den Weitsprung verwenden, damit der Hund nicht zu früh wieder mit diesem "verhassten" Gerät konfrontiert wird und einen Rückfall bekommt. 

Du führst das Weitsprung-Training am besten zu Hause im Garten oder einer Wiese durch. Es wird leichter für Deinen Hund sein, wenn er zunächst einmal an anderen Plätzen als im Verein übt. Weiter möchten wir empfehlen, dass Du das Kommando am Weitsprung änderst: Sage z.B. "weit!", anstatt wie früher "hopp!".      

1. Baue Dir zunächst eine primitive niedrige Hürde. Weil schon der Absprung bei Euch ein Problem ist, solltest Du das Hindernis zunächst als Hürde einarbeiten. Schicke den Hund am ersten Tag mit den Kommando "weit!" mehrmals nur über diese Hürde. Jedes Mal grosser Jubel und toller Leckerbissen oder Ballwurf - oder Click und Leckerbissen/Ballwurf. Nicht ZU oft wiederholen. 

2. Am nächsten Tag legst Du ein ca 130 cm langes Brett auf den Boden direkt hinter der Hürde. Dieses Brett erstattet die erste Sektion des Weitsprunges. Der Hund soll nun mehrmals Hürde und Brett überspringen. Jubel und Belohnung - oder Click und Belohnung. Der Click wäre besser, weil Du genau "Timen" kannst, also im Augenblick eines eifrigen Absprunges clicken kannst. Euer Problem ist ja nicht das Reissen, sondern das Zögern vor dem Absprung. Es ist also dieses Zögern, dass Du wegkriegen musst. Du kannst auch gern zusammen mit dem Hund springen, wenn ihm das gefällt. 

3. Nun hast Du mehrere Möglichkeiten: Entweder entfernst Du am nächsten Tag die Hürde und lässt den Hund auf Kommando nur über das eine Brett springen, oder Du lässt die Hürde stehen und legst ZWEI Bretter nebeneinander dahinter. Jedenfalls wieder grosser Jubel usw (oder Click). Wichtig: Obwohl Dir diese Übungen lächerlich einfach erscheint, musst Du so tun als ob Dein Hund eine ernorme Leistung vollbringt. 

4.  Sinngemäss setzt Du die Sache mit mehreren Brettern fort. Jedesmal, wenn ein neues Brett hinzukommt, soltest Du wieder die Hürde am ersten Tag dabei haben. Erstes Teilziel ist, dass Dein Hund freudig die Anzahl von Brettern (auf dem Boden liegend) ohne Hürde überspringt, die der für ihn vorgeschriebenen Länge des Weitsprunges entspricht, am besten noch etwas weiter. 

5. Wenn das gut klappt (ohne Hürde), legst Du die Bretter auf zwei schmale Leisten, so dass sie etwas vom Boden angehoben werden. Bei den ersten Versuchen mit einem höheren Weitsprung sollte immer wieder die Hürde mit dabei sein. 

6. Du machst die Leisten, die die Bretter erhöhen, schrittweise immer höher, zum Schluss sogar etwas höher als ein richtiger Weitsprung eigentlich ist. IMMER GROSSE BEGEISTERUNG. 

Wenn Dein Hund eine Sache nicht schafft, bist Du in zu grossen Schritten vorgegangen. Das musst Du unbedingt vermeiden. Du musst Geduld haben. Trainiere immer nur kurz, 5 - 6 Sprünge pro Tag und dann Schluss. Wenn Dein Hund zu Hause Deinen Weitsprung sicher meistert, nimmst Du Deine gesamte Trainingsausrüstung mit zum Trainingsplatz, und lässt ihn dort über Deine Sache springen (mit Hürde). Wenn das klappt, kannst Du Deine Bretter beiseite legen, und baust das erste Element Eures Vereins-Weitsprunges hinter "Deiner Hürde" auf. Du gehst jetzt schrittweise so vor wie zu Hause, jedoch nun nicht mit Brettern, sondern mit richtigen Weitsprung-Elementen. 

 

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