Der gewöhnliche Tunnel
(Sacktunnel weiter unten)
Wenn Du eine Methode für das Erlernen des
Tunnels wählst, die Deinem Hund angemessen ist, eignet sich der Tunnel sehr gut
als erstes Hindernis für Anfänger.
Du solltest aber nicht erwarten,
dass Dein Hund beim ersten Versuch so ohne weiteres auf Kommando durch den
Tunnel läuft. Zwar kann das klappen, aber die meisten Hunde stoppen doch
vor dem Eingang, laufen am Tunnel vorbei, oder kehren im Tunnel um und kommen
wieder aus dem Eingang heraus. Wenn das geschieht, hat Dein Hund etwas Falsches
"gelernt", und wenn Du das Selbe dann nochmals mit dem gleichen
Ergebnis versuchst, befestigt sich dieses (unerwünschte) Verhalten und wird zur
Gewohnheit. Damit hast Du eine schlechte Ausgangsposition für Euer Training
geschaffen.
Wer dann noch seinen Hund
beschimpft oder gar bestraft, verleidet ihm dieses Hindernis gründlich -
vielleicht für immer.
Für Euren späteren Erfolg ist es
bedeutungslos, ob der Hund ein Hindernis schnell erlernt oder lange Zeit dafür
braucht. Dagegen ist es entscheidend, dass er sich beim Training wohlfühlt,
Erfolge erlebt und Anerkennung sowie Belohnungen bekommt. Deshalb ist es am
besten, so einfach wie möglich anzufangen, und die Aufgaben allmählich in
kleinen Schritten schwieriger zu machen.
Wichtig:
Sorge dafür, dass der Tunnel
stabil liegt und nicht rollen kann. Er soll trocken und sauber sein. Wirfst Du
Leckerchen in den Tunnel, wird der Hund es sich bald zur Gewohnheit machen, im
Tunnel herumzusuchen, anstatt schnell hindurch zu laufen. Ausserdem wird der
nächste Hund durch die Gerüche abgelenkt, die Deine Leckerchen hinterlassen.
(Aus diesem Grunde sind wir dagegen, dass man Leckerchen beim Training direkt
auf den Boden oder auf ein Hindernis legt. Willst Du Leckerchen auslegen,
solltest Du einen kleinen Fressnapf benutzen.) Ein Tunnel aus Metall kan
unangenehme Geräusche erzeugen, wenn der Hund hindurchläuft. Eventuell kannst
Du anfangs einen Teppich oder Läufer im Tunnel auslegen. Ruf nicht direkt in
den Tunnel hinein, das ungewohnte Echo kan Deinen Hund erschrecken. Und
natürlich darf niemand auf den Tunnel schlagen oder dagegen treten, während ein
Hund drin ist !
Der Tunnel soll anfangs geradlinig
ausgelegt werden, damit der Hund durch den Tunnel den Ausgang sehen kann, und
man soll ihn nach Möglichkeit zusammenschieben, damit er kurz wird. Meistert
der Hund den kurzen Tunnel und nimmt ihn mit Eifer, machen wir ihn langsam
länger. Zum Schluss biegen wir ihn Stück für Stück, bis er eine
U-Form hat. Aber so weit braucht ihr am ersten Tage nicht zu kommen. Man soll
nämlich nicht zu lange mit dem gleichen Hindernis arbeiten.
Du kannst folgende Methoden
benutzen:
1.
Der Führer kriecht rückwärts durch den
Tunnel und lockt den Hund hinter sich her.
2.
Ein Helfer hält den Hund am Eingang
fest, während der Führer
am Ausgang hockt und den Hund durch den Tunnel zu sich lockt.
3.
Der Führer steht mit dem Hund am Eingang und rollt einen Ball
hindurch, dem der Hund folgt.
4.
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Der
Führer schickt den Hund in den Eingang, während am Ausgang ein Futternapf mit
einem Leckerchen steht (den wir dem Hund vorher gezeigt haben).
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5.
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Der Führer schickt den Hund in
den Eingang und läuft schnell weiter zum Ausgang, wo er den Hund sogleich
belohnt, sobald er herauskommt. Gute Leckerchen und freudiges Loben !
Monica führt das auf diesem Foto perfekt durch. Es handelt sich hier um
ihre ersten Versuche. |
Sie wird aber schnell zur Variante
Nr. 6 weitergehen, damit sich ihr Hund nicht daran gewöhnt, am Ausgang zu
bleiben, um dort stehend ein Leckerchen zu empfangen.
6.
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Der Führer schickt den Hund in
den Eingang, läuft weiter (seitlich) am Ausgang vorbei und belohnt ihn,
sobald er den Führer erreicht. (Spätestens bei dieser Variante sollte man
die ganze Zeit anfeuernde Lockrufe ausstossen, schon während der Hund noch
im Tunnel ist.) Beim nächsten Mal sollte Brit noch schneller laufen und
ihren Hund mit dem Leckerchen vom Tunnel wegziehen.
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7.
Ganz selten kommt es vor, dass man unter
Benutzung eines gewöhnlichen Tunnels mit keiner der obigen Methoden zum
Ziel kommt.
In solchen Fällen hat uns dann ein Spiel-Tunnel von IKEA
weitergebracht.
Der IKEA-Tunnelen ist kurz, wirkt geräumig
und ist fast durchsichtig. Alle Hunde sind sogleich mit einer der obigen
Methoden hindurch gelaufen. Macht man das mehrere Male mit guten Belohnungen,
kann man ihn dadurch "überlisten", dass man den Spieltunnel in den
Eingang eines richtigen Tunnels hineinschiebt. Das war bisher immer unsere
"letzte Rettung" bei Anfängerkursen.
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Sei immer guten Mutes. Es ist keine
Schande, mit der Methode Nr.1 zu beginnen. In diesem Stadium geht es nur darum,
dass der Hund mit dem Tunnel gute Erfahrungen macht. Viele Hunde sind begeistert,
wenn Herrchen oder Frauchen auf allen Vieren mit ihnen durch den Tunnel kriecht.
Sie empfinden den Tunnel dann als etwas ganz Tolles, und werden später oft die
eifrigsten bei diesem Hindernis.
Sei stolz
auf Deinen Hund, wenn er eine Aufgabe löst !
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zeig ihm, wie
stolz Du bist
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Man kann es gar
nicht oft genug sagen:
Während der Hund allein im Tunnel ist,
verlieren wir den direkten Kontakt zu ihm. Den müssen wir schnellstens wieder herstellen. Am besten
stossen wir beständig Laute aus, damit der Hund immer weiss, wo wir sind.
Selbst bei der Weltmeisterschaft 2001 in Portugal hat es Probleme mit einem
Parcours gegeben, wo mehrere Hunde nach dem Tunnel nicht sogleich ihren Führer
fanden. Der Hund wird dann entweder sehr langsam, oder aber geht selbstständig
auf das erste beste Hindernis los.
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was
nun ?
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Wenn Du in oben beschriebener Weise trainierst,
und dabei die Sache langsam immer etwas "schwieriger" für Deinen Hund
machst, wird der Tunnel schnell zum Lieblingshindernis für Deinen Hund. Das ist
ein schöner Erfolg !
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Beim "Sacktunnel"
Beim Erlernen des Sacktunnels geht
man ähnlich wie beim gewöhnlichen Tunnel vor.
Der Unterschied liegt darin, dass der Hund
kein Licht am Ausgang sieht, sondern sich durch das Tuch "bohren" muss.
Wir üben bei unseren Anfängerkursen nicht
mit einem Sacktunnel, wenn es regnet und dieser nass ist. Besonders kleine
Hunde bekommen dann nämlich oft eine Abneigung gegen das Hindernis.
Noch schlimmer ist es, wenn sich der Hund im Tuch "verheddert" und
festsetzt, weil es nicht glatt ausgelegt wurde. Bei Turnieren richtet das
Ringpersonal meist nach jedem Durchgang den Stofftunnel neu aus (jedenfalls in
Skandinavien). Man muss also beim Üben mit dem Sacktunnel besonders umsichtig
sein, damit der Hund ihn nicht plötzlich verweigert und das Hindernis
nicht zum "Problem" wird.
Beim Einlernen kann man mit den gleichen 6
Methoden wie beim Tunnel arbeiten.
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Bei einigen Sacktunneln kan man den
Ausgang aufkrempeln, so dass sie für den Anfang kürzer werden. Du oder
ein Helfer sollten anfangs das Tuch anheben, damit der Hund das Hindernis
wie einen gewöhnlichen Tunnel ansieht.
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Später lässt man das Tuch auf
das Hinterteil des Hundes fallen, während er den Tunnel verlässt, danach
auf seinen Kopf, nächstel Mal während der Hund in der Mitte ist usw.
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Auch hier lernt der Hund also schrittweise,
wobei neu ist, dass er sich durch das Tuch "bohren" soll.
wird fortgesetzt
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Wir trainieren weiter:
Sobald Dein Hund immer sicher auf Kommandos und
Zeichen durch die verschiedenen Ausführungen des Tunnels läuft,
solltest Du langsam Euer Training umstellen. Dabei darfst Du aber nicht "unfair" gegenüber Deinem Vierbeiner
sein. Du darfst ihm nie eine Falle stellen, ohne gleichzeitig die Hilfe zu geben, die
ihn wahrscheinlich zum Erfolg führt. Schafft er eine Aufgabe nicht, war sie zu
schwer, oder Deine Hilfe war nicht deutlich genug.
Ausserdem besteht beim weiteren Training die
Gefahr, dass Du es jetzt als
eine Selbstverständlichkeit ansieht, dass Dein Hund durch den Tunnel läuft.
Ohne es selbst zu merken, zeigst Du Deinem Hund nie mehr Begeisterung und
Anerkennung, wenn er den Tunnel gemeistert hat - aber vielleicht Deinen Unmut,
wenn er versagt. Dein Hund merkt das genau, und langsam kann dadurch der Tunnel auch für ihn uninteressant
werden. Im schlimmsten Falle müsst ihr dann wieder ganz von vorn anfangen. Sei
Dir dessen beim Training immer bewusst ! Wenn der Hund die Lust am Tunnel
verliert, ist das Deine Schuld...
Denke also daran, dass Du ab
und zu in Begeisterung ausbrechen und eine gute Belohnung geben musst,
wenn er aus dem Tunnel herauskommt, obwohl Du jetzt eigentlich höhere Ziele
anstrebst,
nämlich:
-
Deinen Hund aus grösserem Abstand
in den Tunneleingang schicken zu können.
-
Verhindern zu können, dass Dein
Hund in einen verführerischen Tunneleingang läuft.
Diese Kombination soll Dir die
Vorteile des "Schickens" vor
Augen führen:
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Der Hund soll über die Hürde
(1), dann in den Tunnel (2) und danach über die Hürde (3).
Wenn Du Deinen Hund begleiten
musst, von der 1. Hürde zum Tunneleingang und am Tunnel entlang, bevor Ihr Euch vom
Tunnelausgang zusammen zum 3. Hindernis bewegt, verliert Ihr viel Zeit -
und Du vielleicht Deine Puste.
Achtung: Die nebenstehende
Kombination ist zu schwierig für Eure ersten
Versuche. Sie soll lediglich den Vorteil des "Schickens"
veranschaulichen.
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Kannst Du den Hund nach Passieren der Hürde (1)
sogleich auf Abstand in den Tunnel schicken, bist Du selbst "frei" und
kannst von A nach B laufen, wo Du den Hund empfängst und über die Hürde 3
kommandierst. Der Tunnel ist das Hindernis, das sich am Besten dafür eignet,
sich vom Hund zu lösen. Es lohnt sich also, dem Tunnel-Training auch dann
noch Aufmerksamkeit zu schenken, wenn der Hund ihn gut beherrscht. Nicht so sehr
wegen des Tunnels als solchem, sondern wegen der Bewegungsfreiheit, die er Dir bei richtigem Training geben kann. Sehr viele Hunde gehen
nur dann durch den Tunnel, wenn der Führer am Eingang neben ihnen ist und sie
das Gefühl haben, dass er parallel zu ihnen weiter läuft. Es ist jedoch nicht schwer,
ihnen hier Selbstständigkeit beizubringen.
Am Anfang arbeitest Du am Besten mit den Tunnel
oder Stofftunnel als Einzel-Hindernis. Da sich der Hund von Dir lösen soll,
darf die Belohnung zunächst einmal nicht mehr direkt aus Deiner Hand kommen.
Ist Dein Hund so richtig dafür motiviert, selbstständig in den Tunneleingang zu stürzen,
kann es schwierig werden, ihn vom Tunnel fern zu halten !
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Hast Du zu einseitig auf
Selbstständigkeit trainiert, wird Dein Hund bei dieser Kombination nach
der Hürde (1) sogleich begeistert zum Tunneleingang stürzen (so, wie Du
es ihm immer wieder beigebracht hast). Aber er soll ja jetzt über die
Hüde Nr. 2
!
Du musst also Deinem Hund auch beibringen,
dass er auf Zuruf nicht in den Tunneleingang läuft, sondern an
Deiner Seite bleibt und auf eine neue Richtungsanzeige wartet.
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Die wichtigsten Regelfehler :
Hund und Führer berühren
einander (das ist immer ein Fehler, überall zwischen Start und
Ziel).
Der Hund kehrt im
Tunnel um und kommt aus dem Eingang heraus (Weigerung).
Der Hund stoppt vor
dem Tunneleingang (Weigerung).
Der Hund läuft am
Eingang vorbei. Gilt schon, sobald der Kopf am Eingang vorbei ist
(Weigerung).
Der Hund läuft in den
Ausgang hinein (Disqualifikation).
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