Kontaktfelder
 

  Home   Allgemeines   Motivation   Tunnel   Hürde   Weitsprung   Slalom   Reifen   A-Wand  
 
   
 

Die Kontaktfelder machen vielen Teams Schwierigkeiten.

Bist Du der glückliche Besitzer eines eifrigen Hundes, kannst Du vielleicht ein Lied davon singen. Hier kommt es wirklich auf gute Zusammenarbeit zwischen Euch beiden an!

 


     

 

 sogar mit einem kleinen Hund...

 

Das Problem
Die A-Wand, der Laufsteg und die Wippe sind sowohl am Aufstieg als auch Abstieg mit Kontaktfeldern versehen, die der Hund beim Überlaufen mit mindestens einer Pfote berühren soll. Diese Kontaktfelder haben eine andere Farbe als der Rest der jeweiligen Hindernisse. Eifrige Hunde kommen in die Versuchung, über diese Felder (besonders beim Abstieg) zu springen. Bei einem Turnier bekommt man für jedes überspringene Feld 5 Fehlerpunkte. Die Felder stellen für eifrige grosse Hunde ein schwieriges Problem dar. Mit kleinen Hunden ist das leichter zu lösen, aber auch mit diesen sollte man die Aufgabe ernst nehmen.

Hat ein Hund diese "Unart" entwickelt, ist das oft sehr schwierig zu reparieren. Viele Agility-Sportler mussten über Jahre daran arbeiten, dass ihr Hund die Felder berührt, und viele haben es dennoch nie richtig hinbekommen. Die Kontaktfelder sind deshalb in Agility-Kreisen immer ein heiss diskutiertes Thema.

 
   

 

Die Lösung
des Problems ist folgende: Wenn Du Deinen Hund immer konsequent auf jedem Kontaktfeld anhalten lässt und dafür belohnst, bevor er weiterlaufen darf, wird er mit der Zeit die Felder fehlerfrei meistern.

 

     
 

Der Nachteil
Der grösste Nachteil bei einem so konsequentem Vorgehen ist, dass der Hund in jeder Kombination, die Geräte mit Kontaktfeldern enthält, den "Fluss des Laufes" verliert. Über Jahre, vielleicht für immer, musst Du dich auf die Felder konzentrieren. Wenn Du auf jedem Feld diese Methode durchführst, musst Du auf andere wichtige Einzelheiten verzichten, wie z.B. Geschwindigkeit, flüssiges Dirigieren und Führen auf Abstand. Das ist ein hoher Preis!

 
     
 

Kompromisse
 
Wenn Du aktiv und als vollwertiges Mitglied in einer Gruppe trainieren willst, kannst Du auf die Dauer nicht immer konsequent auf den Kontaktfeldern sein. Sonst würden Dir viele Einzelheiten, auf die Dein Trainer in bestimmten Kombinationen Wert legt, entgehen. Deshalb wirst Du wahrscheinlich viel zu früh Kompromisse machen und es dann zulassen, dass Dein Hund auf den Kontaktfeldern zu springen beginnt. Damit wirfst Du Euer Feld-Training über den Haufen! Es ist ja auch so, dass Du Deinen Hund bei einem Turnier nicht (mit Leckerchen, Gegenständen oder Berührungen) belohnen darfst. Nimmst Du an Turnieren Teil, während Du noch mit Kontaktfeldern arbeiten musst, wird Deine Aufgabe noch schwieriger.

 
     
 

Schrittweise besser?
Durch Euer Training wird Dein Hund auf allen Hindernissen schrittweise besser werden. Unserer Meinung nach trifft das aber nicht für die Kontaktfelder zu, bei denen viele Hunde mit der Zeit wachsende Probleme bekommen. Hier gilt gewissermassen "alles oder nichts"!

 
     

 
 

Den Mut verloren?
Du hast jetzt doch hoffentlich nicht Deinen Mut in Bezug auf das Training mit Kontaktfeldern verloren? Das war jedenfalls nicht unsere Absicht. Aber Du musst wissen, dass dies eine schwierige Aufgabe ist, und dass Du vielleicht nie "laufende Feldberührungen" erreichen wirst. Sei guten Mutes und tröste Dich damit, dass Du mit vielen anderen im gleichen Boot sitzt.

Hast Du einen langsamen Hund, dem die Felder keine Probleme machen, kannst Du Dich mit vollem Recht darüber freuen und Dich beim Training auf andere Dinge konzentrieren.

Nun folgen eine Reihe von Tipps für das Kontaktfeldtraining:

 
     
 

 

 Dieses Feld bietet wenig Friktion.

Ist die Unterlage rutschfest genug ?
Schon beim Einlernen der A-Wand kannst Du sehen, ob Dein Hund eine Tendenz für das Überspringen der Kontaktfelder hat.
Gelingt es Dir nicht, das zu unterbinden, solltest Du die Oberfläche der Felder Eurer A-Wand näher unter die Lupe nehmen.

Die Oberflächen der Kontaktfelder sollten beim Einlernen den Pfoten möglichst noch besseren Halt geben, als der obere Teil des Hindernisses. Sind die Kontaktfelder dagegen sogar "glatter", macht man es seinem Hund sehr schwer.

Dieser Hinweis kann auch für erfahrene Teams Bedeutung haben, wenn Ihr das Kontaktfeld-Problem nicht lösen könnt. Dann kann es sich lohnen, eine A-Wand nur für Trainingszwecke zu bauen, bei der die Kontaktfelder besonders gutes Haften sicherstellen. Zum Beispiel könnt Ihr ihre Oberflächen mit Plastik-Matten versehen, die wie Gras aussehen. Damit verhindert Ihr, dass der Hund beim Bremsen das Gefühl bekommt, den Halt zu verlieren.

 
     
  Oberkörper nach hinten
Wenn Dein Hund Tendenzen zeigt, dass er auf den Kontaktfeldern springen will, solltest Du im allgemeinen nicht auf Tempo setzen, sondern auf Präzision. Bei einem Turnier reicht es ja, wenn Dein Hund soeben noch den oberen Teil der Kontaktfelder berührt. Beim Training ist das nicht gut genug: Er soll regelrecht über das gesamte Feld "rollen".
Wenn Du Deinen Oberkörper nach hinten beugst, ist das ein Zeichen für den Hund, dass er langsamer laufen soll. Das kann dabei helfen, ein Überspringen der Felder zu verhindern. 

 
Oberkörper zurück

     
 

Target Stick
Man kann einem Hund schnell beibringen, einem Target Stock zu folgen. Lies mehr >>

Wenn Du den Target Stock für Kontaktfeld-Training einsetzen willst, musst Du beim Einlernen des sticks immer dann clicken und belohnen, wenn der Hund mit der Schnauze kurz vor der Spitze des Stockes ist. Benutze den Stock zunächst dazu, Deinen Hund über eine bestimmte Strecke in der Stube oder om Garten zu lotsen. Der Sinn dabei ist, dass der Hund dem Stock dicht folgen soll (ohne Kontakt). Wenn er das gut beherrscht, wird der Stock auch auf den Kontaktfeldern funktionieren.

 
     
 

Bügel
Unser Vereinskamerad Jan Haukeland hat mit seinen beiden superschnellen Border Collies grosse Probleme mit den Kontaktfeldern. Nur deshalb hat er es noch nicht geschafft, sich für unsere Nationalmannschaft zu qualifizieren. Jan hat viel mit "Bügeln" experimentiert, die am Auf- und Abgang über den Feldern montiert werden und die Hunde am Springen hindern. Diese Methode wirkt anfangs bestechend. Es zeigt sich jedoch, dass die Hunde schnell wieder alte "Unarten" begehen, wenn die Bügel weg sind.

"Entscheidet man sich für dieser Methode, muss man IMMER beim Training Bügel aufsetzen, auch auf fremden Plätzen!"
sagt der langjährige norwegische Nationaltrainer Petter Nordlien. Man kann dann hoffen, dass der Hund bei jedem Turnier die ersten Felder auch ohne Bügel korrekt ablaufen wird.

Solche Bügel kann man sich z.B. aus Hula-Hopp-Reifen in verschiedenen Grössen (für A-Wand und Laufsteg) anfertigen. Wir wollen das gelegentlich unter "Tipps" beschreiben.

 
     
 

Pfoten auf den Boden
Wir haben Kontaktfelder u.a. mit Regula Hörler-Matter diskutiert. Sie ist  Agility-Trainerin bei BALANCEHundeausbildung in der Schweiz und sagt zu diesem Thema folgendes:

"Bei den Kontaktzonen wenden wir eine etwas eigenwillige Stop-Variante an. Endlich hatten wir mit unseren eigenen Hunden erstmals die Möglichkeit diese Methode sauber aufzubauen und sind noch mehr überzeugt davon, dass sie funktioniert. Wir lehren die Hunde am Ende des Gerätes mit den Vorderpfoten auf dem Boden zu halten. Dies bauen wir am liebsten mit einem Bodentarget (ist vom Hund mit den Füssen zu berühren) auf. Hierbei bauen wir für den Hund jegliche Hilfe unsererseits ab. Dh. der Hund lernt selbständig am Ende zu halten und auf ein 'Weiter'-Signal zu warten. Jegliches verbales bremsen oder 'warte'-Signale sind verboten. Moti und speed ist aber erlaubt. Der Hund soll und darf so schnell ihn die Füsse tragen (und so schnell wie er noch halten kann) über die Zonengeräte sausen. Einzige Bedingung: nicht weitergehen ohne Signal. Bei den Anfängern in unseren Kursen, die kein Bodentarget kennen und meistens (leider) auch kein druckfreies, schnelles Platz, führen wir die Hunde lange an der Leine und lassen sie in der Zone sitzen (für ein Gutzi machen das alle). Bald wird das setzen zur Routine, so dass weder ein Signal noch Körperhilfe nötig sind. Nun haben viele das Gefühl, Stoppen in der Zone = Zeitverlust. Mit diesem Aufbau ist dies jedoch überhaupt nicht so. Die Hunde werden richtig Zonengeil und können auf dem Gerät sogar noch angetrieben werden. Im Wettkampf ist es dann Sache des Hundeführers durch perfektes Timing des Weiter-Signals (kurz bevor der Hund stoppen würde) einen Unterbruchfreien Lauf durch die Zone zu zeigen. Zwischen durch muss ich natürlich immer wieder mal das weiter-Signal auch im Wettkampf etwas verzögern, so dass der Hund wieder selbständig anhält bevor er weiter darf."

 
     
  Tempo erlaubt
Hier ist also Tempo nicht nur erlaubt, sondern sogar wünschenswert. Wir selbst haben damit angefangen, ein ähnliches Verfahren nach einem Vorschlag des norwegischen Agility-Sportlers Erik A. Eriksen einzuüben. Dabei benutzen wir ein Stück Teppich als Target, dass wir schrittweise immer kleiner machen. Mit dem Clicker ist es sehr einfach, seinem Hund beizubringen, eine Pfote auf ein Stück Teppich zu setzen.
 
     
  Pfote oder Schnauze?
Einige Trainer meinen, dass es einfacher geht, wenn man den Hund mit der Schnauze anstatt mit der Pfote den Boden oder ein Target (z.B. ein kleines Stückchen Teppich) berühren lässt. Vielleicht ist das Geschmacksache. Selbst glauben wir, dass es "direkter und logischer" ist, wenn der Hund die Pfote auf den Boden setzt, weil es ja darauf ankommt. Aber ganz sicher sind wir uns dabei nicht.

 

 
     

Zum Seitenanfang