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Slalom-Training mit dem Clicker - Teil 2
Clickertraining (für Grundlagen des Clickerns siehe die ausführliche Anleitung von Klaus Blezinger) Meine Frau und ich haben alle unsere Hunde auf den Clicker konditioniert, weil wir clickern in Einzelfällen für das Verfeinern einiger Übungen (mit guten Resultaten) anwenden. Das Einlernen des Slaloms erschien uns jedoch so komplex, dass wir dafür das Clickern nicht für besonders geeignet hielten. Aber mit Blueberry Hill wusste ich keinen anderen Ausweg. Wie ich vorgegangen bin, und welche Erfahrungen ich dabei machte, will ich nun ausführlich und reichlich illustriert beschreiben. Inspiriert wurde ich durch einen Artikel von Helix Fairweather, der in der Zeitschrift "The Clicker Journal" veröffentlicht wurde.
Der erste Schritt
Blueberry entdeckt den Slalom
Sie begreift sofort, dass sie den Slalom ansehen soll. Darauf lege ich grossen Wert, eben weil sie den Slalom früher "nie gesehen hatte". Das Ganze geht blitzschnell: Blick auf den Slalom - Click - Leckerchen holen, Blick auf den Slalom - Click - Leckerchen, und so weiter ca 10 mal. Sofort clicken, damit sie keine Zeit hat, auf den Slalom los zu gehen. Das will ich nämlich in dieser Phase noch nicht. Wir machen eine Pause.
Was macht man in der Pause ? Clicker Training wird als besonders anstrengend für den Hund angesehen, weil es so intensiv ist. Deshalb brauchen wir Pausen. Diese sollen wir beginnen, bevor der Hund Müdigkeit zeigt oder unkonzentriert wird. Wenn er gern weitermachen möchte, kann er eine Pause als Strafe auffassen und vielleicht Stress entwickeln.
Weiter geht's: Der "Flirt" mit dem Slalom Nach der Pause beginnen wir wieder mit dem obligatorischen Blick-Kontakt, den wir mit einem Click und Leckerchen belohnen. Blueberry sieht danach sofort in Richtung Slalom, dafür clicken wir jetzt beim ersten Mal, aber dann nicht mehr. Denn sie weiss ja jetzt, dass sich alles um den Slalom dreht. Deshalb können wir nun einen Schritt weiter gehen.
Von nun ab clicken wir für alles, was Blueberry mit dem Slalom unternimmt: Wenn sie daran schnüffelt, durch ihn hindurchgeht, die Stangen mit der Pfote berührt usw. Wir wollen zunächst einmal möglichst viele verschiedenen Verhaltensformen an den Slalom-Stangen hervorrufen. Wir beenden unseren ersten Trainingstag mit einem "Jackpot".
Wenn dir Tempo wichtig ist...
Ab Tag 2: Viele Makkaroni's Helix Fairweather bezeichnet den Weg, den der Hund im Slalom zurücklegen soll, als eine Kette von Makkaroni's.
Wenn der Hund verstanden hat, dass er im Slalom aktiv sein soll, wird er bald zufällig auch mal einen Makkaroni liefern, so wie hier:
Diese Bilder zeigen den Beginn und das Ende eines rechten Makkaroni's. Wichtig ist, dass wir in dieser Phase sechs oder mehr Stangen benutzen (selbst wenn nur drei auf den Fotos zu sehen sind). Von jetzt ab Clickern wir nur noch für Makkaroni's, rechte Makkaroni's, linke Makkaroni's, Makkaroni's um jede beliebige Stange, und in beiden Laufrichtung. Clicke immer nur für einen Makkaroni, und zwar am Ende des Makkaroni's - in dem Augenblick, in dem der Hund beim richtigen Slalom die Richtung seiner Drehung ändern müsste, um durch die nächste Pforte zu kommen. Mit diesen "isolierten und selbstständigen" Makkaroni's arbeiten wir nun über mehrere Tage an einem Slalom mit 6 oder mehr Stangen. Wir dürfen dabei dem Hund nicht den Eindruck geben, dass wir bestimmte Stangen oder Makkaroni's bevorzugen. Wir wünschen uns, dass der Hund etwa gleich viele linke wie rechte Makkaroni's liefert, und möglichst um verschiedene Stangen. All das kann man in gewisser Weise durch Werfen des Leckerchens steuern. Dort, wo es hinfällt, entsteht ja der neue Startpunkt des Hundes für seinen nächsten Lauf zum Slalom. Schau dir noch einmal die obige Zeichnung mit den blauen und roten Makkaroni's an: Kommt der Hund von links oben, wird der erste Makkaroni fast immer ein linker, ganz gleich, welche Stange er wählt. Kommt er von rechts oben, beginnt er wahrscheinlich mit einem rechten Makkaroni.
Der nächste Schritt: Slalom mit drei Stangen So weit ging die Sache recht zügig und "wie erwartet". Aber von nun an (ca 5.10.00) verkürze ich den Slalom auf drei Stangen und bestärke nur Makkaroni's um die mittlere.
Blueberry hat im Prinzip verstanden, dass sie die mittlere Stange umrunden soll. Das "richtige" Verhalten kommt fast unabhängig davon, wo sie ihren Lauf in Richtung Slalom beginnt. Dagegen ist meine Position von sehr grosser Bedeutung. Sobald ich meine Position etwa einen halben Meter verändere (auf der Linie C-D oder E-F), kommen zunächst viele Fehlverhalten, d.h. sie nimmt nicht mehr die mittlere Stange, sondern geht um eine der beiden äusseren herum, und zwar meist um die, die mir am nähsten ist. Da der Click ausbleibt, versucht sie ungeduldig alles mögliche, bis sie früher oder später doch die richtige Stange umrundet. Hier braucht man Geduld. Mein Ziel ist, dass sie die Augabe richtig löst, ganz gleich, wo ich mich aufhalte (oder was ich mache). Ich nehme an, dass wir mindestens 14 Tage benötigen, bevor das klappen wird (tägl. Trainingszeit: ca 10 min). Ich frage mich jedoch, ob es vielleicht einfacher für Blueberry gewesen wäre, wenn ich von Anfang an bei A oder B gestanden hätte, weil dann kein Winkelunterschied zwischen mir und den verschiedenen Stangen vorhanden gewesen wäre. Am 12.10.00 erlebe ich erstmals eine eindeutige Verbesserung. Egal wo ich neben dem Slalom auf der Linie C-D oder E-F stehe, løst Blueberry bei etwa der Hälfte ihre Anläufe die Aufgabe richtig. Am 14.10. klappt das 100%-ig.
Der richtige Eingang
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