Die Hürde
Mit Welpen darf
man NICHT den Hochsprung bei voller Höhe trainieren, weil das
zu bleibenden Belastungsschäden führen kann. Je grösser und
schwerer der Hund ist, desto länger muss man auf hohe Sprünge
verzichten.
Als Richtschnur können
wir sagen: Der Hund sollte etwa 12 Monate alt sein, bevor man das
Springen trainiert. Das gilt besonders für grosse und kräftige
Rassen. Mit solchen Welpen kann man z.B. durch das Hindernis laufen,
wobei die Stange auf dem Boden liegt.
Beim Training ist anfangs
die Sprunghöhe unwichtig, und wir halten sie so niedrig, dass auch
wir mühelos über die Stange kommen.
|
Wir springen am besten anfangs
zusammen mit dem Hund. Etwa drei Meter vor dem Hindernis zeigen wir
die Richtung, geben das Kommando "Hopp" und jubeln, während
wir und der Hund springen. Unmittelbar danach belohnen wir.
|

|
|

|
Allmählich gewöhnen
wir den Hund daran, allein auf Kommando zu springen. Wir versuchen
dabei, hinter dem Hund zu bleiben, oder wir bleiben stehen, sobald
er abgesprungen ist (nicht schweigend, sondern auch dann jubelnd).
In dieser Phase (Bild) sollte man als Belohnung einen Ball vor
den Hund werfen, während er springt. Auch ein Zerrspiel vor dem
Anlauf kann nützlich sein, um den Hund in Stimmung zu bringen.
Diese Motivationsarbeit ist sehr wichtig, da unser
Stehenbleiben den Hund leicht verwirren und entmutigen kann.
Er braucht eine unmittelbare Bestärkung.
|
Danach laufen wir aussen am Hindernis
vorbei. Dabei "ziehen"
wir den Hund mit einem Gegenstand (Ball, Spielzeug) oder unserer
Führhand (Bild) über die Hürde. Den Ball können wir als
Belohnung werfen, sobald der Hund die Hürde bewältigt
hat. Oder wir führen nach dem Sprung auch ein erneutes Zerrspiel
durch.
In dieser Phase kommt es oft vor, dass der Hund neben uns am
Hindernis vorbei läuft. Nur wenige Anfänger können sich deshalb
so weit von der Hürde entfernen, wie wir es auf diesem Bild sehen.
Erst wenn der Hund immer
willig springt, steigern wir die Höhe. Aber auch dann halten wir es
für sinnvoll, die Höheneinstellung zu variieren: Damit der Hund
nicht stereotyp springt, sondern selbst die Höhe abzuschätzen
lernt.
"Gefahren" der Hürde:
Die Hürde ist relativ
unkritisch. Die Stangen sind meist leicht (Aluminium, Kunststoff)
und das Reissen einer Stange bereitet dem Hund meist kein Unbehagen.
Das Geräusch aufeinander fallender Alu-Stangen kann jedoch sensible
Hunde erschrecken (es "knallt" hinter ihnen).
Wir haben auch erlebt,
dass Hunde verunsichert wurden, wenn sie nach mehreren geglückten
Sprüngen dann doch zum ersten Mal gerissen haben. Natürlich wird
diese Gefahr noch grösser, wenn Du als Führer beim Reissen negativ
reagierst. Auch hier solltest Du "gleichgültig" reagieren.
Regelfehler:
Der Hund reisst eine
Stange, so dass sie runterfällt (Fehler).
Der Hund läuft unter der
Stange durch (Weigerung).
Der Hund springt nicht über
die Stange, sondern über einen der Seitenflügel (Weigerung).
Der Hund bleibt vor dem
Hindernis stehen (Weigerung).
Der Hund läuft seitlich
an dem Hindernis vorbei (Weigerung - schon eine Schnauzenlänge
genügt).